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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.3 (November 2003)
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Yucca, 'Yuccapalme' Yucca sp. (Familie: Agavaceae)

Artbeschreibung und Wissenswertes

Im Deutschen findet sich neben Bezeichnung Yucca auch Palmlilie oder Yuccapalme. Mit echten Palmen hat Yucca aber nichts gemein. Die Gattung Yucca gehört zu den Agavengewächsen Agavaceae . Rund 40 Arten Yucca sind weltweit bekannt. Im mitteleuropäischen Freiland können einige winterharte Arten oder Kreuzungen angepflanzt werden. Den meisten Papageienfreunden dürfte Yucca allerdings als die Zimmerpflanze Yucca aloifolia oder Yucca elephantipes bekannt sein. Weitere wichtige Yuccaarten sind z.B. der in der Mojawewüste in den USA beheimateten Yoshua Tree Yucca brevifolia oder Yucca schidigera , aus der Extrakten gewonnen werden.

Eine hübsche Aufstellung zur Gattung Yucca: www.suedliche-traeume.de

Der Anbau von Yucca als Nutzpflanze für Fasern und chemische Hilfsstoffe führte in den zwanziger und dreißiger Jahren zu großen Anbauflächen in Deutschland. Die von der IG-Farben betriebenen Yucca-Kulturen in Baden, Bayern, Hessen und Sachsen erreichten 1924 etwa zwei Millionen Pflanzen. 16 Patente auf Yucca-Basis wurden bis 1926 allein beim Deutschen Patentamt angemeldet. Danach wurde Yuccaanbau in Deutschland bedeutungslos. (Quelle)

Giftwirkung, Chemie, Nährwert

Leider habe ich bisher nichts über den Nährwert von Yucca gefunden, außer dem Hinweis, dass die Blüten mancher Yuccaarten in Vogelgärten zum Anlocken von Kolibris genutzt werden, also nektarreich sein dürften. (Quelle)
Yucca ist als vermutlich ungiftig in der tierärztlichen Giftdatenbank der Uni Zürich verzeichnet. (Quelle) In Yucca sind Steroidsaponine enthalten (Bickel-Sandkötter 2001). Die Wurzeln von Yucca glauca sollen 2% Saponin enthalten. (Quelle)

Als Nahrungsergänzung finden Extrakte aus Yucca schidigera, die Steroidsaponine beinhalten, Verwendung. Unabhängig von der Anpreisung dieser Extrakte auf vielen Webseiten, denen kaum Vertrauen entgegenzubringen ist, gibt es eine Reihe von Experimenten mit Yuccaextrakten, bzw. den darin enthaltenen Steroidsaponinen um eine Optimierung der Haltung etwa von Hühnern und anderen Nutztieren zu erreichen. (z. B.: Nazeer/Pasha/Abbas/Ali, 2002; Yeo/Kim, 1997) Ziel dieser Zusätzen ist die Minderung von Geruchsbildung beim Urin über eine veränderte Eiweißausscheidung, die Minderung von Gasbildung in der Verdauung. Daneben finden sich noch Angaben über cortisonartige Wirkung. Ich bleibe da etwas sekptisch. Einem Tiernahrungshersteller soll die Werbung mit der Heilwirkung von Yuccaextrakten in seiner Tiernahrung in den USA verboten worden sein, da kein Beleg für sie vorliege. Auf Ergebnissen aus Tierversuchen scheint auch der Yuccazusatz in einem Papageienfutter, Zeigler® Parrot Maintenance, einer Pelletmischung, zu resultieren. (Quelle)
Diesen Angaben ist immerhin zu entnehmen, dass die Steroidsaponine von Yucca in den dabei verwendeten Dosen unproblematisch zu sein scheinen.

Nahrung für Wildvögel

Bisher kein Hinweis.

 Halsbandsittich in Yuccapalme
Der Papagei in der 'Yuccapalme'
(Freiland)
Halsbandsittich in Yuccapalme
Übersicht zum Foto oben

 

Gefressene Pflanzenteile

Nach einer Beobachtung von Michael Braun werden die Blüten oder Früchte von Yucca von im Heidelberger Freiland lebenden Halsbandsittichen gefressen.

Besonders Verhalten

Die Nahrung wurde sehr bodennah aufgenommen (siehe Bilder).

Haltererfahrungen

Das Meinungsbild zu Yucca ist unter Papageienhaltern nicht einhellig, da Yucca in manchen 'Giftpflanzenlisten' für Vögel steht. Als giftig werden sie z.B. hier bezeichnet: www.orangekakadu.de und www.sittiche.de . Auf www.tinas-nymphensittiche.de wird sie dagegen als ungiftig gelistet. Leider ist unklar, was die Grundlage dieser Einstufung ist. Berichte über negative Folgen waren trotz Rückfrage in Papageienforen nicht zu erhalten.

In der Haltung spielen Yuccaarten keine besondere Rolle. Die Schnellwüchsigkeit der Zimmerpflanze führt dazu, dass manche Halter überzählige oder zu groß gewordene Exemplare ihren Vögeln zur Verfügung stellen, was das Ende der Pflanze sein kann. Nebenstehendes Bild zeigt einen von mehreren Rotbugaras, die eine 16 Jahre alte Pflanze zernagen. Ob dieses der Nahrungsaufnahme dient, ist nicht klar.
Antje berichtet in den VF von ihren Nymphensittichen, die problemlos Yucca geschreddert haben. Lily berichtet in den VF, dass sie nicht den Eindruck habe, dass Yucca gefährlich sei, Agaporniden hätten sie beknabbert, Graupapageien und Aras jedoch nicht. Utenas Graupapageien scheinen nach einem Beitrag in den VF öfter Yucca zu zerbeißen, ohne dabei Schaden zu nehmen.

 
Blüte-, Frucht,- und Blattzeiten
JFMAMJJASOND
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Gefressene Pflanzenteile
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Yuccapalme
Rotbugara schreddert 'Yuccapalme'
Volierenaufnahme

 
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