Zum Inhaltsverzeichnis von Papageien vor der Haustür

Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.4 (März 2004)
Zum Index aller Nahrungspflanzen

 

Maulbeere Morus sp. (Familie: Moraceae)

Artbeschreibung und Wissenswertes

Die Maulbeere ist ein kleiner Baum mit dunkelgrünem dichten Laub. Sie stammt aus China und wurde dort als Futterpflanze für die Seidenraupenzucht angepflanzt. Die Früchte der Maulbeere - in Asien werden zahlreiche Arten unterschieden erinnern an Brombeeren. Aufgrund auch der europäischen Seidenraupenzucht sind bei uns die Arten Schwarze Maulbeere Morus nigra und Weiße Maulbeere Morus alba am wirtschaftlich bedeutensten. Bei den Früchten handelt es sich botanisch um Scheinbeeren.

Giftwirkung, Chemie, Nährwert

Die im Juni reifenden, weißen Früchte schmecken süß, aber etwas fad. Die schwarzen Früchte sind saftreicher und ein wenig Geschmacksintensiver. Diese Beschreibung kann ich nach Geschmacksproben mehrerer Bäume bestätigen. Die Beeren lassen sich zu Marmeladen, Wein, Kompott u.a. verarbeiten.

Nährstoffe und Nährwert: Eiweiß 1,3g/100g; Kohlenhydrate 8,1g/100g; Fett 0g/100g. 100g besitzen einen Nährwert von 152 kJ (Quelle) Die Kohlenhydrate verteilen sich wie folgt: Glucose (Traubenzucker) 3791mg/100g, Fructose (Fruchtzucker) 4301mg/100g, Monosaccharide (1 M) 8092mg/100g, Saccharose (Rübenzucker) 8mg/100g, Disaccharide (2 M) 8mg/100g. (Quelle)

Europäische Vögel die Maulbeere fressen (Handbuch der Vögel Mitteleuropas): Gelbschnabelkuckuck Coccyzus americanus (Bd. 9, S. 226), Blutspecht Picoides syriacus (Bd. 9, S. 1053), Sprosser Luscinia luscinia (Bd. 11 I, S. 135), Nachtigall Luscinia megarhynchos (Bd. 11 I, S. 192), Hausrotschwanz Phoenicurus ochruros (Bd. 11 I, S. 341), Nonnensteinschmätzer Oenanthe pleschanka (Bd. 11 I, S. 607), Mittelmeersteinschmätzer Oenanthe hispanica (Bd. 11 I, S. 631), Steinrötel Monticola saxatilis (Bd. 11 I, S. 700), Orpheusgrasmücke Sylvia hortensis (Bd. 11 II, S. 746), Dorngrasmücke Sylvia communis (Bd. 11 II, S. 886), Gartengrasmücke Sylvia borin (Bd. 11 II, S. 945) und Rosenstar Sturnus roseus (Bd. 13 III, S. 2141). Weitere Arten aus Schuster 1930: Fasan, Ringeltaube, Buntspecht, Grünspecht, Gartengrasmücke, Mönchsgrasmücke, Dornengrasmücke, Orpheussänger, Amsel, Grünfink, Buchfink, Steinsperling, Feldsperling, Weidensperling, Pirol, star, Rosenstar, Nebelkrähe und Elster.

Eine ungefähre Ertragsangabe stammt noch aus der Zeit als Hecken nicht nur landwirtschaftliche Anbaufläche verbrauchten, sondern die an ihnen wachsenden Früchte auch zusätzliche Nahrung lieferten: 15 lfm Maulbeere erbringen ca. 10 kg Maulbeeren (Quelle). Das Sammeln der erst kurz vor dem Abfallen schmackhaften Früchte durch Menschen wird von den um die Früchte konkurrierenden Vögeln erschwert (Kremer S. 151).

 
Maulbeere

 

Gefressene Pflanzenteile

Früchte.

Besonders Verhalten

Kurz nach dem Ausfliegen der Halsbandsittiche können jedes Jahr besonders Jungtiere auf den wenigen Maulbeerbäumen des Biebricher Stadtparks beobachtet werden. Diese fressen sehr systematisch die noch unreifen weißen Beeren. Zur Reife gelangen kaum Früchte. Auch die Stuttgarter Amazonen fressen Früchte von Maulbeerbäumen.

Haltererfahrungen

Doris schreibt dazu im APN Forum: "Die Äste schaffe ich oftmals als 'Begrünung' für die Vogelzimmer heran, sie werden gerne zernagt. Auch die Beeren selbst sind beliebt. Maulbeeren lassen sich auch verfüttern."

 
Blüte-, Frucht,- und Blattzeiten
JFMAMJJASOND
JFMAMJJASOND
JFMAMJJASOND

Gefressene Pflanzenteile
JFMAMJJASOND
JFMAMJJASOND
JFMAMJJASOND
JFMAMJJASOND
JFMAMJJASOND

Halsbandsittich beim Fressen von Maulbeere

 
Zum Inhaltsverzeichnis von Papageien vor der Haustür  
© Text und Bilder liegt beim Autor
 Logo der Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk:
www.papageien.org
 Infos, Anregungen, Kritik:
info@papageien.org
oder an den Autor:
Detlev Franz
detlev@papageien.org