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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.3 (Dezember 2003)
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Ahorn Acer sp. L. (Familie: Aceraceae)

Artbeschreibung und Wissenswertes

Die Familie Ahorngewächse besteht aus zwei Gattungen und etwa 113 Arten. Sie kommen vor allem in gemäßigten Klimaregionen der nördlichen Halbkugel vor. Einige der in Parks und Gärten wachsenden Ahornarten: Acer campestre (Feldahorn), Acer negundo (Eschen Ahorn), Acer palmatum (Fächerahorn), Acer platanoides (Spitz Ahorn), Acer pseudoplatanus (Bergahorn). Die Unterscheidung der einzelnen Arten ist nicht immer einfach und ist auch für die hier behandelte Problematik ohne Bedeutung. Besonders das Laubkleid und die Herbstfarben sind ein Grund für die Verwendung als Zierbäme. Die paarigen Früchte werden volkstümlich Nasen genannt.

Giftwirkung, Chemie, Nährwert

Aus dem Baumsaft von Acer saccharum (Zuckerahorn) wird der bekannte Ahornsirup gewonnen, der als Genussmittel oder als Alternative zu Kristallzucker bei der menschlichen Ernährung genutzt wird. Karpfenangler setzen "Maples" zum anfüttern der Fische ein (Quelle). Von Bielfeld (S. 14) werden Knospen. Rinde und Samen als Papageiennahrung beschrieben. Er schlägt vor Äste im Frühjahr in der Wärme vorzutreiben um sie im Wachstum zu beschleunigen.
Ahorn-Arten sind bis auf Acer rubrum (mäßig) von der Mainzer Giftzenrale mit der Giftigkeit 'keine - gering' eingestuft.
Blütenstände des Ahornarten schmecken für Menschen nach Gras mit einem deutlichen süßen Beigeschmack, der vom Nektar her rührt. Der zuckerhaltige Nektar und die eiweißhaltigen Pollen dürften recht energiereich sein.

 

 

Gefressene Pflanzenteile

Gefressen werden von Halsbandsittichen Knospen, Blüten, die Fruchtstände und im Herbst auch die farbigen Blätter. Von den Gelbscheitelamazonen Knospen, Blüten, Fruchtstände und Rinde/Zweige. Die Wiesbadener Amazonen fressen Blüten, Knospen und Früchte. Die Großen Alexandersittiche zumindest Blüten und Früchte.

Besonders Verhalten

Oftmals sind ganze Trupps auf dem Nahrungsbäumen zu beobachten. Die Wiesbadener Amazonen waren vom 1.4. bis zum 7.4.2001 praktisch immer auf blühendem Ahorn anzutreffen und fraßen sich von Blüte zu Blüte. Offensichtlich hat ihnen Ahorn so gut geschmeckt, dass sie ihn vor einer Reihe anderer Nahrungsquellen bevorzugten.

Ich habe Papageienkot (Halsbandsittich) aus der Zeit mikroskopiert, wo sie Ahorn fraßen. Die gelbliche Farbe deute ich als Hinweis auf Blütenreste.

Haltererfahrungen

Im APN-Papageientreff berichtet Doris, dass ihre Papageien es lieben Ahornholz zu zernagen.

Heimische Vögel die Acer sp. fressen


Frucht: Seidenschwanz Bombycilla garrulus , Tannenmeise Parus ater (bei der Balz) , Gimpel Pyrrhula pyrrhula und Kernbeißer Coccothraustes coccothraustes .
Blüte: Gartengrasmücke Sylvia borin , Kernbeißer Coccothraustes coccothraustes und Weißkehlammer Zonotrichia albicollis
Knospen: Kohlmeise Parus major und Weißkehlammer Zonotrichia albicollis .
Rinde? : Weißrückenspecht Picoides leucotos .

 
Blüte-, Frucht,- und Blattzeiten
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Gefressene Pflanzenteile
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Fruchtstand

Blüten

Kölner Halsbandsittiche bei der Nachtmahlzeit
auf Zuckerhahorn (14.2.2001)

 
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