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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fünfte Fassung, (Sommer 2001)
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Angaben zu einzelnen europäischen Ländern

Belgien

In Belgien bestehen mehrere Populationen (500 Paare), z.B. in Brüssel (Mailingliste) . Im Januar 1998 wurden mehr als 1200 Tiere in der Nähe von Brüssel gesehen (Rare Birds in Belgium, 1998).

Brüssel:

Bestandsentwicklung in Brüssel:
1974: 40 Tiere, 1984: 250 Tiere, 1988: 500 Vögel, 1990: 600, derzeit über 1.000 (Schepens).

Philippe Schepens beschreibt eine ungewöhnliche Winterbeobachtung: "In December last, we had a first cold spell with freezing and misty weather. The RNP from the parks in Brussels, our capital, are generally sleeping in flocks in the tops of huge poplar trees. In the "Bruparck" area , people found in the early morning apparently "stoned" parakeets on the ground. They were alive but incapable to flight . Reason: during the night they got moist on their wings which froze, and sticked the wings on such way closed that flight was totally impossible. So they just fell off the trees as mere clumps of ice but not only fully alive, but as well in fairly good condition. Their feathers protected them quite well against the frost. Fortunately they were rescued by the local Bird protection league people. All birds were also ringed, so they may "serve" further ornithologic science."

Mitlerweile liegen vereinzelte Meldungen aus den meisten belgischen Gebieten vor. Die Tiere sollen vor allem die Merkmale der Unterart P.k. borealis zeigen (Ernst S. 34).

Für Details der aktuellen Verbreitung in Flandern existiert eine Webseite, die die Ergebnisse von Kartierungen zeigt. [Zur Karte]

 Verbreitungskarte Belgien

Veröffentlichungen zu Belgien die ich bisher nur bibliographiert aber nicht eingesehen habe:
Anonym [?] (1994): Rose-ringed parakeets in Belgium. In: VOGELJAAR 42(6), December 1994: 272-273.
de Ridder, M (1982): [Margin notes on the article on Alexander's parakeet]. In: WIELEWAAL 48(11) Seite: 370.
de Ridder, M (1982): [Alexander's parakeet: an advantage or nuisance?] In: WIELEWAAL 48(7) Seite: 240-242
de Ridder, M (1983): La perruche a collier: notes complementaires. In: NATURALISTES BELGES 64(3) 1983: 93-95.
de Ridder, M (1983): Derniere note sur la perruche a collier. In: NATURALISTES BELGES 64(6) Seite: 228.
de Ridder, M (1984): Rose-ringed parakeet Psittacula krameri in Belgium, margin notes no. 3. In: WIELEWAAL 50(10) 1984: 373.
Mannaert, P. (1982): [Ring-necked parakeets (Psittacula krameri) also in Belgium]. In: VELDORNITOLOGISCH TIJDSCHRIFT 5(4) Seite: 182-185.
Temara, K./ Arnhem, R. (1996): Ring-necked parakeets (Psittacula krameri) victims of climatic conditions in the Brussels region. In: AVES 33(2), novembre Seite: 128-129.
Temara, K./ Arnhem, R. (1996): Ring-necked Parakeets Psittacula krameri) victims of climatic conditions in the Brussels Regions. In: Aves-.1996; 33 (2) 128-129.
Tombeur, F. L. L. (1983): [Psittacula krameri also occurring in Belgium]. In: VELDORNITOLOGISCH TIJDSCHRIFT 6(1) Seite 35-36.

Bulgarien

Eine Veröffentlichung zu Bulgarien die ich bisher nur bibliographiert aber nicht eingesehen habe:
Nankinov, D. N./ Popov, K. S. (1997): Observation of the ring-necked parakeet Psittacula krameri in Bulgaria. In: ACROCEPHALUS (LJUBLJANA) 18(83), 1997: Seite 111-112

Frankreich

Veröffentlichung die ich bisher nur bibliographiert aber nicht eingesehen habe:
Cheylan, G. (1991): Premiere observation de la perruche de kramer Psittacula krameri en Provence. In: FAUNE DE PROVENCE 12 1991: 96.

Griechenland

Nach einer Meldung in der Onlineversion von "Parrot News" (Februar 2000)

werden Halsbandsittiche in folgenden griechischen Städten so häufig beobachtet, dass man von Brutvorkommen ausgeht: Athen, Thessaloniki, in der Umgebung von Patra, Loutsa (Attiki) und auch auf den Inseln: Aigina, Leros. Alle Beobachtungen stammen aus urbanen bzw. suburbanen Gärten und Parks. Die auffälligsten Gruppen existieren in Athen (Filothei und Glifada) dort können einige Duzend Papageien beobachtet werden.

Großbritannien

Bereits 1855 brüteten Halsbandsittiche in Norfolk. Obwohl Low (Low 1999) auf ein Vorkommen von Halsbandsittichen in London um 1930 hinweist, liegen bis 1969 keine Berichte über Bruten vor. Auf die 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts gehen die heute noch existenten Populationen zurück. (Crampe Hrsg., 1985 S. 379)

Die britische Zeitschrift "UK400 - Rare Birds Magazine" beschreibt mehrere Populationen des Halsbandsittichs, u.a. in der Grafschaft Kent. Auffällig an den Beschreibungen ist, daß es sich z.T. um alleinige Übernachtungsplätze der Vögel handelt. Alle Vorkommen befinden sich ebenfalls in Stadt- bzw. Parklandschaften. 

Couzens beschreibt in der Märzausgabe 1998 von "Birdwatching" eine Population in London. Bemerkenswert sind vor allem zwei Fakten: erstens die rasante Vermehrung (1979: 14 Tiere, 1986: 75 Tiere, 1994: 400 Tiere, 1998: 1000 Tiere) und zweitens, daß diese Halsbandsittiche ohne Fütterung nicht auskommen würden. Laut dieser Quelle liegt die Brutzeit der Tiere im Januar. Als Gründe dafür werden die Winterfütterung und die zeitgleiche Brut einiger Heimatpopulationen vermutet. 

 
Verbreitung von Halsbandsittichen in GB

Titel, die ich bisher nur bibliographiert aber nicht eingesehen habe:
Morgan, D. H. W. (1994): Feral rose-ringed parakeets in Britain. In: British-Birds.1993; 86 (11) 561-564.
Ogilvie, M. (1999): Non-native birds breeding in the United Kingdom in 1997. In: British-Birds. Sept., 1999; 92 (9): 472-476..
Pithon, J. (1999): Census of the British Ring-necked Parakeet Psittacula krameri population by simultaneous counts of roosts. Bird-Study. March, 1999 (199900224261)

Italien

In Italien kommen Halsbandsittiche u.a. an der nördlichen Adria (Tout) vor. Weitere Beobachtungen wurden aus Friuli-Venetia Julia, Venedig, der Lombardei, Piedmont, Ligurien, Emilia-Romagna, Umbrien, Latium, Calabrien, Sizilien und Sardinien beschrieben. (Quelle) Da in Italien auch Mönchssittiche vorkommen, bitte die Unterschiede im Verhalten und Aussehen beider Arten beachten.

Titel die ich bisher nur bibliographiert aber nicht eingesehen habe:
Grussu, M. (1995): Check-list of the birds of Sardinia (first part). In: Rivista Italiana di Ornitologia. 1995; 65 (2) 113-122.

 
Verbreitung in Italien
Quelle

Niederlande

Seit Ende der 60er Jahre kommen in den Niederlanden Halsbandsittiche vor. 1976 existierten in Keulen und Loden zwischen 250 und 300 Tiere, 1977 sind Halsbandsittiche in allen Landesteilen nachgewiesen worden. (Bezzel S. 621). Mittlerweile sollen es 550-600 Paare sein (Mailingliste) .

 Verbreitungskarte Niederlande
Verbreitung nach dem
Atlas van de Nederlandse Vogels (1987)

1994 hat es in "VOGELJAAR" offensichtlich eine ganze Reihe von Aufsätzen über Halsbandsittiche in den Niederlanden gegeben, die ich bisher nur bibliographiert (z.T. Titel in englischer Übersetzung) aber nicht eingesehen habe.
Woerdt, M. T van der. (1994): [Rose-ringed parakeet in Amsterdam]. In: VOGELJAAR 42(3), Juni Seite: 127.
Dalen P. van (1994): [Rose-ringed parakeet still in Rotterdam and surroundings]. In: VOGELJAAR 42(3), Juni Seite: 127.
Lichtenbeld, H. J. (1994): De Halsbandparkiet nog steeds in Nederland. In: VOGELJAAR 42(2), April Seite: 60.
Lichtenbeld, H. J. (1994): [Rose-ringed parakeet]. In: VOGELJAAR 42(3), Juni Seite: 126-127
Leuvenink, H.F. (1994): [Rose-ringed parakeet still in the Netherlands, also round The Hague].

Österreich

Wien

Seit Anfang der 70er Jahre besteht im Türkenschanzpark eine kleine Population von drei Tieren. Diese wurden durch Freisetzung von zwei Paaren durch das Institut für Vergleichende Verhaltensforschung Wilhelminenberg verstärkt. 1976 existierten 5-12 Tiere. 1982 wurde eine Brut beobachtet, 1984 wurden die Jungvögel einer Brut kurz vor dem Ausfliegen von Nebelkrähen erbeutet. 1986 brüteten zwei Paare. 1990 wurden 5 Tiere gezählt. (Österreichischer Brutvogelatlas S. 214-215).

Innsbruck

In Innsbruck treten seit 1976 oder 1977 Halsbandsittiche auf. Zunächst wurde ein Pärchen im Bereich des Villensaggen und des Hofgartens beobachtet. Nach zunächst zögerlichen Brutversuchen wurden diese immer erfolgreicher. 1987 existierten nach Schätzungen ca. 40 Tiere, die sich auf zwei Gruppen verteilten. Eine Gruppe blieb in der Stammgegend Hofgarten, eine zweite Gruppe zog Richtung Botanischer Garten. Die Tiere übernachten in einer gemeinsamen Höhle(?). Im Winter 1986/87 wurden einige verunglückte bzw. erfrorene Tiere beim Innsbrucker Alpenzoo abgegeben. Diese hatten vermutlich keinen Platz mehr in der Übernachtungshöhle (Thaler).

Nach einer schriftlichen Mitteilung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, das auch Bälge und Dermoplastiken der Tiere besitzt, handelt es sich bei den Innsbrucker Halsbandsittichen um die Unterart Psittacula krameri borealis. Die Tiere würden die typischen Merkmale roter Ober- und Unterschnabel tragen, wobei der Oberschnabel an der Spitze grau/schwarz auslaufe.

Portugal

Lissabon und Cascais
Als wahrscheinlicher Brutvogel kommt der Halsbandsittich in Lissabon und Cascais vor. Obwohl die Schlafbäume bekannt sind liegen keine Informationen über die Populationsgröße vor (Costa/ Schäffer S. 362).

Schweiz

Ein aktueller Brutnachweis liegt nicht vor. 1985 wurde ein Jungvogel bei Ligornetto TI beobachtet, der einen Brut vermuten läßt. Die ersten Brutnachweise stammen aus Monthey VS, wo von 1991 bis 1994 Bruten nachgewiesen wurden und noch 1995 ein adulter Vogel beobachtet wurde. Einzelbeobachtungen liegen aus dem Tessin (Ligornetto, Locarno und Bellinzona), dem Wallis (Sitten, Leuk) und von den Ufern des Genfer-, Neuenburger- und des Bodensees (Rheindelta) vor. (Schweizer Brutvogelatlas nach einer Mitteilung der Schweizer Vogelwarte)

In Genf soll es eine Gruppe Halsbandsittiche geben.

Eine Veröffentlichung zu Genf die ich bisher nur bibliographiert aber nicht eingesehen habe:
Maranini, N./ Galuppo, C. (1994): Ulteriori notizie sul parrocchetto dal collare Psittacula krameri e sul pappagallo monaco Myiopsitta monachus a Genova. In: PICUS 20(2), maggio-agosto Seite: 85-89,

Spanien

Festland

Die Karte im EBCC Atlas verzeichnet Vorkommen für Spanien. Häufiger scheinen dort Mönchssittiche zu sein. Vorkommen soll es in Barcelona und Valencia geben. In einer Mailingliste wurden Beobachtungen von Halsbandsittichen in Barcelona vermerkt. Für Valencia sind Bruten belegt.
Veröffentlichungen zu Spanien die ich bisher nur bibliographiert aber nicht eingesehen habe:
Batllori, X./ Nos, R.(1985): Presencia de la cotorrita gris (Myiopsitta monachus) y de la cotorrita de collar (Psittacula krameri) en el area metropolitana de Barcelona. MISCELLANIA ZOOLOGICA (BARCELONA) 9, Seite: 407-411

Balearen

Im Herbst 1997 flogen mehrere freilebende Halsbandsittiche mitten in Palma de Mallorca an mir vorbei. Auf Mallorca gibt es mehrere Vogelparks und Privatzüchter, die Papageien, darunter auch Halsbandsittiche, züchten.
Nach Angaben Mallorquinischer Ornithologen wurde nur vor 15 Jahren eine Brut von Halsbandsittichen nachgewiesen. Halsbandsittiche würden im Gegensatz zu Möchssittichen keine Population aufbauen. Möchssittiche besitzen aufgrund ihrer besonderen Brutbiologie (Gemeinschaftsnester aus Ästen statt Baumhöhlen) andere Möglichkeiten der Ausbreitung.
Im Naturschutzgebiet von S'Albufera wird der Halsbandsittich als Irrgast geführt, und eine Sichtung für den April 1999 vermerkt.

Kanaren

Low (Low 1999) weist auf ein Vorkommen von ca. 40 vermutlich indischen Halsbandsittichen im Palmitos Park in Grand Canaria hin.

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