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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.4 (November 2004)
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4. Halsbandsittiche in Europa

Allgemeines zur europäischen Verbreitung

Halsbandsittiche sind in Europa sehr standorttreu. Da sie gelernt haben mit menschlichen Störungen umzugehen, bietet es sich an, Vorkommen auf einer öffentlichen Liste zu sammeln, die auch Vogelbeobachtern zum "twitschen" dienen kann. Eine Beeinträchtigung der Vögel oder ihres Biotops ist im Gegensatz zu andern Vogelarten, nicht zu erwarten.

Da in der ornithologischen Literatur, z.B. dem "Handbook of the Bird of Europe the Middle East and North Africa" (1985), oder "The EBCC Atlas of European Breeding Birds" (1997), zwar Verbeitungskarten gezeigt werden, diese aber (rechnet man noch die Zeit bis zum Manuskriptabschluss hinzu) veraltet sind oder Vorkommen fehlen, habe ich auf dieser Seite einige Vorkommen, über die ich in der Literatur, durch Internetrecherchen oder Mitteilungen erfahren habe, versammelt. Diese Zusammenstellung kann selbstverständlich ebenfalls keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Eine Garantie, für die Angaben, die nicht auf eigenen Beobachtungen beruhen kann ebenfalls nicht übernommen werden.

Verbreitungskarte Europa
Vorkommen in Europa. Angaben aus dem EBCC Atlas, ergänzt

 Europa 0ºC Isotherme im Januar
Europa 0ºC Isotherme im Januar

Es ist nicht immer leicht zu entscheiden, ob es sich bei Meldungen um frisch entflogene Tiere, einzelne Bruten oder tatsächlich etablierte Populationen handelt, auch kann die Papageienart fehlbestimmt sein. Die Angaben zur Populationsgröße variieren stark. Was neben den tatsächlichen Veränderungen der Populationsgröße vor allem auf ungenauen und unvollständigen Beobachtungen und verschiedenen Methoden der Schätzung beruht. Selbst aktuelle Zahlenangaben einzelner Populationen weichen stark voneinander ab.

Über Vorkommen in Osteuropa und der ehemaligen DDR habe ich bisher kaum etwas (mit der Ausnahme von Slowenien und Bulgarien) finden können. Dies spiegelt sicher die unerschiedliche Quellenlage wider, kann aber auch darin begründet sein, daß in die ehemals sozialistischen Staaten andere Tiere, besonders Tiere aus sogenannten sozialistischen Bruderstaaten eingeführt wurden.

Aber auch zwei weitere Faktoren spielen hierbei sicher eine Rolle. Wenn man die Verbreitung in den einzelnen Ländern mit einer Klimakarte und einer Karte zur Bevölkerungsdichte abgleicht, so ist sehr auffällig, daß sich die Halsbandsittiche sowohl in Ballungsräumen als auch in Gebieten mit milden Wintern aufhalten. Osteuropa ist, sowohl was die Siedlungsdichte, als auch was das Klima angeht, davon deutlich abzugrenzen.

Diese beiden Übereinstimmungen sind nicht zufällig. Als Erklärungen bieten sich folgende Hypothesen an. Während das milde Klima über das frühe und lang verfügbare Nahrungsangebot erfolgreiche Bruten ermöglicht (Eiablage um den 20.3.) und auch Winterverluste minimiert, wirkt die Bevölkerungsdichte nicht unmittelbar sondern sehr indirekt: typische Halsbandsittichhabitate sind alte Parkanlagen, Landschaftsparks oder entsprechende Friedhöfe. Solche Habitate liegen aus historischen Gründen vor allem in Ballungsräumen. Die Habitate bieten durch ihre große Anzahl von Baumarten wiederum zahlreiche Nahrungspflanzen, die in der Summe viel kleinere saisonalen Schwankungen in Bezug auf Nahrung aufweisen, als dieses in Wäldern, Forsten oder landwirtschaftlichen Nutzflächen der Fall ist.

Angaben zu einzelnen europäischen Ländern (A bis Z)
und als Karte

Übersichtskarte europäische Staaten

 

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