Eine Nachfrage beim NABU Worms ergab vier Fundorte in Worms. Die Bestandsangaben wurden aber als überhöht bezeichnet. Eine Überprüfung der Fundorte am 28.1.2002, gemeinsam mit Tobias Krause erbrachte den Nachweis von drei Brutplätzen. Lediglich der Hauptfriedhof Hochheimer Höhe wird bisher nur als Nahrungsrevier genutzt, da es an höhlenreichen Altbäumen mangelt. Im Schlosspark Herrnsheim wurden mindestens fünf Bruthöhlen und sogar 23 Halsbandsittiche nachgewiesen. Im Pfrimmpark befinden sich min. 20 Bruthöhlen und im Stadtpark Bürgerweide konnten 16 Halsbandsittiche z. T. an Bruthöhlen beobachtet werden. Dort fanden sich deutlich über 20 Bruthöhlen, obwohl nicht der gesamte Park abgesucht wurde. Insgesamt kann die bei Bauer & Berthold (1996) angegebene Größe der Population bestätigt werden, der Nachweis des Schlafbaumes bleibt jedoch noch aus. Ohne diesen kann die Population wie bisher nur abgeschätzt werden. Im Vergleich zu anderen bekannten Populationen sollte der Gesamtbestand zwischen 150 und 250 Tieren liegen. Bei einer Begehung der Stadtpark Bürgerweide am 19.5.2002 waren mehrere Bruthöhlen in Stiel-Eichen, die ich schon am 28.1.2002 beobachtet hatte immer noch besetzt. Folgende Nahrungspflanzen stehen mindestens in diesem Park zur Verfügung: Ob auch Fichte, Essigbaum, Goldregen und Blautanne die dort ebenfalls wachsen gefressen werden könnten ist nirgendwo belegt. Als weiteres Nahrungsrevier dienen sicher die neben dem Park gelegenen Kleingartenanlagen. Beim Besuch am 28.1.2002 konnten wir auf dem Hauptfriedhof Hochheimer Höhe und dem Schlosspark Herrnsheim Fraßspuren von Trompetenbaum Catalpa bignonioides , Douglasie Pseudotsuga menziesii , Eibe Taxus baccata , Lebensbaum Thuja sp. und Kiefer Pinus sp. feststellen. Im Wormser Tierpark werden Halsbandsittiche in einer Voliere gehalten, diese Tiere zeigen in der Schnabelzeichnung auch Merkmale der zweiten asiatischen Unterart. Für kulturhistorisch interessierte sei folgender Hinweis gedacht: im Wormser Dom hängt ein Wandteppich, der einen Halsbandsittich auf der Hand einer Frau darstellt. Es handelt sich vermutlich um eine Kopie eines gotischen Wandteppichs. |