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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.2 (Januar 2002)
Zur Übersichtskarte Bundesrepublik
 

Frankenthal

Der NABU Frankenthal rechnet Halsbandsittiche seit etwa 15 Jahren, d.h. seit ca. 1985 zu den Brutvögeln. In der Literatur findet sich eine Sichtungsmeldung vom 14.3.1993, vier Halsbandsittiche auf einem Walnussbaum in der Stadtmitte von Frankenthal (Merz 1993). Für das Jahr 2001 teilt der NABU-Frankenthal dass es 8 Brutpaare gäbe. Im April seien etwa 20 adulter Vögel gezählt worden. Diese Verteilen sich im Stadtgebiet (siehe auch Karte) wie folgt:

  • Vier Brutpaare brüten im Strandbad, einer parkähnlichen Anlage mit Weiher, alten Bäumen und kurzrasigen Wiesen.
  • Zwei Paare brüten im sogenannten kleine Wald. Dies ist ein abwechselungsreicher Landschaftsteil mit altem Weichholzbestand, jungen Harthölzern, Obstbäumen, vielem Unterholz, mit Waldreben, einer Wiese, einem Weiher und mehreren Tümpeln.
  • Zwei Paare brüten in der Ostparksiedlung, nordöstliche Ecke Nachtweideweg Starenweg. Hier befindet sich ein Gemeinschaftshaus der Ostparksiedler mit Kindergarten, Restaurationsbetrieb mit Biergarten. Ein Brutbaum steht direkt im Biergarten.
 Frankenthal, Karte

Genau um die Brutbäume des letzt genannten Brutpaares gab es Anfang 2001 einen Streit, da der Brutbaum aus Sicherheitsgründen in der Brutzeit gefällt werden sollte. Eine Intervention des örtlichen NABU und anderer Naturschutzgruppen, konnte die Fällung des Brutbaums bis nach Ende der Brutsaison in den Sommer 2001 verschieben, kurz vor dem Fällen wurden noch 5 Exemplare an den Höhlen gesehen. (Alle Angaben soweit nicht anders ausgewiesen, schriftliche Mitteilungen der NABU-Kreisgruppe Frankenthal)

Frankenthal, Strandbad
Frankenthal, Strandbad

Neben den Angaben zu den Brutbäumen, teilet die NABU-Kreisgruppe auch zwei Details zur Biologie der Tiere mit. Genutzt werden Spechthöhlen in Pappeln und Weiden und diese Höhlen werden von den Krummschnäbeln erweitert. Vögel, die Holzspäne aus dem Höhleneingang warfen wurden beobachtet.

Am 28.1.2002 habe ich zusammen mit Tobias Krause folgende Beobachtungen auf dem Gelände des Strandbades und dessen Umgebung gemacht. Gesichtet wurden maximal 27 Halsbandsittiche und 5 Bruthöhlen in Weide. 18 Tiere waren gleichzeitig mit dem Fressen von Rosskastanienknospen beschäftigt.
Die angrenzenden Landschaft bietet vielfältige weiteren Brutmöglichkeiten in Pappeln, Weiden aber auch zahlreiche Baumarten die als Nahrungspflanzen des Halsbandsittich bekannt sind.
Bei Frankenthal dürfte es sich um ein Brutvorkommen handeln, dessen Tiere vermutlich zur Ludwigshafener Population gehören. Die Luftlinie zum dortigen Schlafbaum ist kurz.

 Frankenthal, Halsbandsittiche
28.1.2002
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