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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.1 (Sommer 2001)
Zur Übersichtskarte Bundesrepublik
 

Bonn

Halsbandsittiche in Bonn
(aus: Krause 2001)

"In Bonn wurden die ersten Halsbandsittichen im Jahr 1979 beobachtet. Für 1980 besteht Brutverdacht für den Friedhof in Bonn-Poppelsdorf (RHEINWALD, WINK & JOACHIM 1987: 251). Etwa seit 1983 siedeln Halsbandsittiche an der Düne in Bonn-Tannenbusch. 1984 brütete ein Paar in einer großen Pappel (MACKE 1995: 31), die jedoch 1992 gefällt wurde. Nach anfänglicher Verwirrung unter den Tieren wurden für sie Nistkästen auf dem Gelände der Apostelkirche aufgehängt und später auch von ihnen angenommen (KLEINFELD 1992: 9). Seitdem brüten die Tiere in diesen Nistkästen. Im August 1994 hatte der Trupp eine Stärke von über 30 Vögeln erreicht. Der Aktionsradius erstreckte sich von Tannenbusch bis zum Rheinufer im Bereich Am Wichelshof (Römerlager) und auch auf die Beueler Seite (Schwarzrheindorf) (MACKE 1995: 31).

Brutplätze von Halsbandsittichen in Bonn

Im Rahmen dieser Arbeit [=der Diplomarbeit von TK] konnten in Bonn im Frühjahr 2001 9 Brutplätze von Halsbandsittichen mit 1 bis 10 Brutpaaren nachgewiesen werden (siehe Karte unten). Sie verteilen sich um das Stadtzentrum. Brutnachweise beschränken sich fast ausschließlich auf den linksrheinischen Teil der Stadt, rechtsrheinisch wurde nur eine Brut in Troisdorf-Müllekoven gemeldet. Ansonsten wurden nur nahrungssuchende Tiere nachgewiesen. Eine Ausbreitungstendenz ins Umland ist bisher nur schwach zu erkennen, denn bis auf die Einzelbrut in Müllekoven liegen alle Brutplätze auf dem Gebiet der Stadt Bonn. Der Brutplatz in Troisdorf-Müllekoven und ein durch die Befragung gemeldeter Brutplatz in Lessenich, zeigen eine Tendenz bei den Tiere, die freie Landschaft zu besiedeln. Beide Brutplätze liegen in Auen. Es wurde in galerieartig angeordneten Pappeln gebrütet. Die große Mehrzahl der Bruten findet auch in Bonn in Landschaftsparkanlagen statt. Viele Teilpopulationen setzen sich erst aus wenigen Tieren zusammen. Die Tendenz, Parkanlagen neu zu besiedeln, ist in Bonn offensichtlich erst in jüngster Zeit, da viele der kleinen Teilpopulationen noch unbekannt waren, also vermutlich erst in den letzten Jahren entstanden sind."

 
 

Karte: Halsbandsittiche in Bonn,

im Layout veränderte Karte von Tobias Krause.


Eigene Beobachtungen

Am 17.3.2000 habe ich die Papageien in Bonn aufgesucht. Gesehen habe ich ca. 20-30 Tiere die auch in Bruthöhlen einflogen, auf dem Gelände der Landesklinik. Unter den Halsbandsittichen war ein männlicher Großer Alexandersittich. Am Rheinufer habe ich keine Halsbandsittiche gesehen. Auffällig war die sehr kleinflächige Verteilung von Bebauung und Grünflächen in Bonn. Bruthöhlen, die kaum 8 Meter neben einer Hausfassade entfernt liegen habe ich bisher weder in Düsseldorf, Mannheim, Heidelberg noch in Wiesbaden gesehen. Es handelte sich u.a. um größere Platanen, die in den umliegenden Grünflächen eher selten sind. Auch die auf dem Foto dicht am Gebäude stehenden Bäume werden als Brutbäume genutzt.

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