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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.1 (Sommer 2001)
Zur Übersichtskarte Bundesrepublik
 

Berlin

Ich gebe hier die Beobachtungen von Hans-Wilhelm Hassenpflug wieder, die ich per E-Mail erhalten habe. Die Berliner Halsbandsittiche lebten 10 Jahre lang auf dem Gelände der Freien Universität in Dahlem/Zehlendorf. Es handelt sich dabei um ein Villenviertel mit großzügigen Gärten, mit eingestreuten universitären Zweckbauten am Rand der Innenstadt. Die Krummschnäbel haben sich Ende Februar/Anfang März 1997 aus diesem Areal zurückgezogen. Der Höhepunkt der Population lag im Jahr 1992/93. Hassenpflug deutete Unterschiede zu anderen Autoren an: Einer davon ist, daß die Berliner Halsbandsittiche keine nahrungs- oder brutbiologische Beziehung zur Platane hatten, obwohl dieser Baum im Revier der Vögel vorkommt, und zwar auch in alten, ausgehöhlten Exemplaren, sie haben niemals auf oder an Platane gefressen. Stattdessen wurden Hainbuche, Rotbuche, einige Ahornarten, Birke u.v.a. bevorzugt. Gebrütet haben sie in alten Trauerweiden. Alle drei Brutbäume sind inzwischen gefällt. Der Winter 1997 war extrem hart. Im Sommer 1997 tauchte ein mehrköpfiger Trupp Halsbandsittiche in der Kleingartenkolonie Alt-Schönow am südlichen Stadtrand in der Nähe des Teltow-Kanals auf. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es sich um Tiere aus dem Dahlemer Bestand handelte. Wahrscheinlich wurde dieser gesamte Bestand (ca. 7 Tiere) Opfer eines Habichts. Zwei Habichtrupfungen von Halsbandsittichen aus diesem Trupp wurden gefunden, die anderen hatten vermutlich ein ähnliches Ende. Halsbandsitiche sind also einem hohen Verfolgungsdruck ausgesetzt. Im Jahr 1998 bekam Hassenpflug zwei Meldungen über Halsbandsittiche in Berlin. Eine Beobachtung von zwei Vögeln in Schöneberg/Friedenau. Ein weiterer Vogel wurde in Charlottenburg beobachtet. Im Februar 2000 wurde ein einzelnes unberingtes Männchen gesichtet und im April 2000 ein Pärchen das mit partnerschaftlichem Füttern beschäftigt war.

In den Berliner Ornithologischen Berichten finden sich nur spärliche Angaben:

  • Drei Tiere am 12.2.1997, je ein Tier am 22.2., 6.3. und 14.3. 1997 Gebiet Kiebitzweg/Zehl (Berliner Ornithologischer Bericht, Band 7, 1997, Heft 1, S. 85)
  • 6.12.1997: 2 Tiere im Flug, Gelände der FU Fabeckstrasse/Zehl (Berliner Ornithologischer Bericht, Band 7, 1997, Heft 2, S. 235)

Im Ergänzungsband der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft "Die Vögel von Berlin (West). Eine Übersicht: Ergänzungsbericht 1976-1989" findet sich allerdings kein Hinweis auf Halsbandsittiche. Nach einem Datenbankeintrag finden aber Halsbandsittiche in: "Berliner Ornithologischer Bericht 2(2) 1992, Seite 161-204, Beobachtungsbericht fur das 2. Halbjahr 1991, erschienen 1992 Erwähnung.

Klimadaten
in der Nähe des östlichsten Berliner Vorkommens,
Messungen der Humboldt-Universität auf dem Areal der Späthschen Baumschulen

Mittlere Lufttemperatur im Januar:+ 0,2 ºC
Mittlere Lufttemperatur im Juli:+ 19,4 ºC
Mittlere Jahrestemperatur:+ 9,4 ºC
Mittlerer Jahresniederschlag:561 mm

 

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