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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.3 (Juli 2003)
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Störungen

Der Biebricher Schloßpark ist ein beliebtes Ausflugsziel, entsprechend stark wird er von Spaziergängern genutzt, die offensichtlich die Papageien kaum stören, da sie sich in die sicheren, höheren Bereiche der Bäume zurückziehen können. An den bodennahen Futterstellen und beim Sitzen und Fressen unterhalb von 5 m werden sie durch die Anwesenheit von Menschen und Hunden irritiert. Die Störanfälligkeit ist bei verschiedenen Baumsorten unterschiedlich. Auf Obstbäumen ist sie erheblich höher als auf typischen Parkbäumen wie Platanen, Buchen oder Kastastanien. Dies deutet auf schlechte Erfahrungen der Halsbandsittiche beim Besuch von Obstbäumen hin.

Im Rahmen der Vorbereitungen für das jährlich im Schloßpark stattfindende Pfingstreitturnier wurden u.a. am 7.5.1998 Baumpflegemaßnahmen getroffen, die auch bebrütete Bäume betrafen. Selbst unmittelbar vor den Nestern wurden Äste von kletternden Baumpflegern entfernt. Diese Störungen und auch den Rummel des Reitturniers mit seinem noch höheren Publikumsverkehr und den vielen Imbißständen erduldeten die Papageien mitten in der Brutzeit.
rechts : 1998 aus Sicherheitsgründen gefällter Brutbaum

 gefällter Baum

Der Mensch als Gefahrenquelle

Eine Anfrage beim Tierheim in Wiesbaden ergab für 1998 vier Einlieferungen von Halsbandsittichen. Zwei Vögel waren Verletzte aus Autounfällen, sie verstarben später. Zwei Tiere waren aus dem Nest gefallene Jungtiere. Ein Gespräch mit dem Gärtner, der die Jungtiere abgeliefert hatte, erbrachte leider keine weiteren Erkenntnisse. Nach Angaben mehrerer Mitarbeiter des Tierheims werden kaum Halsbandsittiche, allenfals bis 3 Tiere im Jahr, eingeliefert. Besonders in den Abendstunden wird der Park von vielen Hundebesitzern als Ort benutzt die Tiere frei laufen zu lassen. Dies stellt zwar für andere Vögel nicht aber für die Papageien eine Bedrohung dar, da diese sich dann nicht in Bodennähe aufhalten.

Feinde und Konkurrenten

Zu den natürlichen Feinden von Papageien zählen vor allem nestplündernde Nagetiere, Schlangen und Warane sowie Affen und Greifvögel (vgl. Lantermann S. 205). Da in Europa weder baumkletternde Schlangen noch Warane vorkommen, bleiben - rechnet man den Menschen hier nicht unter die Primaten - im wesentlichen nur Greifvögel und nestplündernde Nagetiere. Hinzu kommen noch die von Lantermann nicht genannten nestplündernden Vögel.

Da der Bestand an Bruthöhlen nicht beliebig groß ist, ist es interessant einen Blick hier auf die Konkurrenten der Halsbandsittiche zu werfen auch um Abschätzen zu können inwieweit hier Gefahren für oder Interaktionen mit, einheimische Arten bestehen. Auch eventuelle Nahrungskonkurrenz soll hier behandelt werden. Die entsprechenden Kapitel sind bisher nur zum Teil fertig.

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